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059 Beschaffung intellektueller Dienstleistungen

Das Debakel beim Bundes-Informatikprojekt «Insieme» zeigt, wie wichtig klare Regeln bei Vergaben von intellektuellen Dienstleistungen sind. Bei IT-Beschaffungen könnte man sich an den Regeln orientieren, wie sie sich der SIA gesetzt hat.

Intellektuelle Dienstleistungen unterscheiden sich wesentlich von Bauarbeiten oder Warenlieferungen. Sie beruhen auf einer kreativ schöpferischen Leistung und können nicht wie Offerten für standardisierte Güter wie Baustoffe oder Büromaterial bewertet werden. Entscheidend für ein nachhaltiges Projekt ist die Evaluation der besten Lösung. Bei der Beurteilung intellektueller Dienstleistungen stehen deshalb qualitative Kriterien im Vordergrund. Der Schweizerische Ingenieur- und Architektenverein (SIA) hat sich eingehend mit der Beschaffung von Planerleistungen beschäftigt und vor 135 Jahren erstmals Regeln für die Durchführung von Wettbewerben herausgegeben. In der Folge wurde daraus ein Regelwerk für die Beschaffung von Architektur- und Ingenieurleistungen, das sich bewährt hat und breit anerkannt ist.

> PDF Neue Zürcher Zeitung NZZ 09.10.2012