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Architektur

Nach dem Vorprojekt das Fiasko

Überraschend kündigt die Universität Basel den Vertrag mit dem Planerteam von Caruso St John Architects für den Neubau des biomedizinischen Labor- und Forschungs­gebäudes. Am Projekt will sie festhalten – aber die Kosten um 15% senken. Ein Kommentar....

Das Preisgericht des Wettbewerbs Departement Biomedizin Basel war voll des Lobs über das raffinierte Projekt von Caruso St John (vgl. TEC21 48/2015): «Insgesamt gelingt es dem Vorschlag in erfrischender Weise, die unterschiedlichen Anforderungen der Aufgabenstellung auf ebenso elegante wie stringente Art zu einer architektonischen Einheit zu verschränken. Er macht sich die technischen Aspekte der Aufgabe fast leichtfüssig zunutze, um sie für einen eigenständigen Ausdruck und eine anregende Arbeitsatmosphäre zu vereinnahmen.» Caruso St John haben es verstanden, aus einer hochfunktionalen Labormaschine Architektur zu machen.

> PDF TEC21 26-27/2018

Die Schule, mein Büro

Das digitale Zeitalter bringt auch für den Schulbetrieb grosse Umwälzungen. Gefragt sind heute selbstständiges Arbeiten, Teamarbeit und Fachwissen. Wie das aussieht, zeigt die «Erfahrungsschule» von Stücheli Architekten exemplarisch...

Mit dem Beitritt zum HarmoS-Konkordat will der Kanton Basel-Stadt zusammen mit 14 weiteren Kantonen das Schulsystem schweizweit vereinheitlichen. Die Primarschule dauert nun sechs Jahre und die Sekundarschule drei Jahre. Darauf folgen die Berufsbildung respektive das Gymnasium. Zur Betreuung der Schülerinnen und Schüler ausserhalb der Unterrichtszeit werden entsprechende Tagesstrukturen geschaffen. Bis 2022 wird daher die Schulstruktur schrittweise vereinheitlicht.

> PDF TEC21 49-50/2016

Aktive Bahnhöfe

Mit der Aufwertung der Bahnhöfe in der Region Basel will das Projekt nachhaltige Impulse für eine grenz­überschreitende Mobilität setzen. Der ganzheitliche Ansatz reicht von einer einheitlichen Signaletik bis zu städtebaulichen Konzepten im Umfeld der Bahnhöfe....

Ausgangspunkt war die Charta «Aktive Bahnhöfe» vom September 2013, mit der die folgenden fünf Bahnhöfe näher untersucht wurden: Badischer Bahnhof Basel, Gare de Saint-L ouis, Hauptbahnhof Lörrach, Bahnhof Rheinweiler und Bahnhof Rheinfelden (Baden). Bereits die erste Analyse zeigte erheblichen Handlungsbedarf.

> PDF TEC21 38-39/2016

Grosse Pläne – Kleine Schritte

Planung ist in Basel wegen der vielen Grenzen um einiges komplizierter als anderswo. Die Realität der verschiedenen staatlichen Einheiten und die Berücksichtigung aller Anspruchs- und Interessengruppen führt zu einer Art Slow Planning...

Grenzen sind im Kanton Basel-Stadt omnipräsent. Die Nachbarschaften mit Deutschland und Frankreich im Norden und dem Kanton Basel-Landschaft im Süden bieten viel Potenzial zur Entwicklung der Stadt über die politischen Grenzen hinaus. In der Zusammenarbeit gilt es die unterschiedlichen Planungsinstrumente zu synchronisieren. Dies führt zwangsläufig zu einer Entschleunigung der Planung, zu einer Politik der kleinen Schritte, die Zeit lässt, um planerische Visionen politisch gut zu verankern.

> PDF werk bauen+wohnen 9–2016

Dichte ohne Stress

Miller & Maranta haben für den Sempacherhof in Basel ganz spezifische Wohntypologien entwickelt. Im Vorderhaus sind die Wohnräume durchgehend; im Hinterhaus wechselseitig gegen Osten oder gegen Westen auf kleine, intime Aussen­räume orientiert.....

Der Sempacherhof liegt im Basler Gundeldingerquartier, zwischen dem Bruderholz und den Bahngleisen der SBB. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde das Gebiet von der Süddeutschen Immobilien-Gesellschaft aufgekauft und in wenigen Jahren bebaut.

> PDF TEC21 42/2016

Kunst der Fügung

Zum neunzigsten Geburtstag von Werner Blaser ein Portrait ....

Als Werner Blaser vor über 60 Jahren gegen Norden aufbrach, wusste er noch nicht, dass er auf seiner Reise einigen der ganz grossen Architekten des 20. Jahrhunderts begegnen würde und ahnte ebenso wenig, welch nachhaltigen Einfluss diese Begegnungen auf ihn haben würden. In Helsinki traf er Alvar Aalto, bei dem der gelernte Mõbelschreiner als Praktikant arbeitete. Keine zwei Jahre spater folgte dann eine schon fast schicksalhafte erste Begegnung mit Ludwig Mies van der Rohe in Chicago.

> PDF werk bauen+wohnen 7-8–2014

Haus der Baukultur

Die Zeit ist reif, findet der Bund Schweizer Architekten (BSA) und lanciert die Vision «Architektur­haus Basel». Die Baukultur in der Region Basel soll eine trinationale Plattform erhalten, welche die zahlreichen Angebote der Architektur­vermittlung bündelt...

Architektur hat in der Region Basel einen hohen Stellenwert. Eine gepflegte historische Bausubstanz und viele Beispiele herausragender zeitgenössischer Architektur ziehen jedes Jahr zahlreiche Interessierte an. Dazu gehören unter anderem verschiedene hochkarätige Museen und die spektakulären Bauten von Novartis, Roche, der Messe Schweiz und Vitra in Weil am Rhein (D). ln den letzten Jahren ist Basel auch zu einem wichtigen Ausbildungs­standort geworden und verfügt über eine innovative Architektur­szene, deren Werke international Beachtung finden.

> PDF TEC21 37/2013

Kulturelle Vielfalt und kurze Wege

Basel ist attraktiv für junge Architekten und Architektinnen. Die überschaubare Stadt fördert den Austausch in der Szene, und vergleichsweise günstige Büromieten erleichtern den Sprung in die Selbständigkeit. ...

Die Stadt am Rheinknie erlebte anfangs der 1980er Jahre eine kleine architektonische Blüte. Der damalige Kantonsbaumeister Carl Fingerhuth förderte verstärkt den offenen Wettbewerb und gab damit einer jungen Generation von Architekten die Chance sich zu etablieren. Seither ist der Stern Basels etwa im Vergleich zu Zürich verblasst. Grosse Planungsaufgaben, wie beispielsweise das Dreispitz-Areal im Süden oder die Entwicklung des Hafengebiets im Norden sowie die Intensivierung des grenzüberschreitenden Austauschs mit Deutschland und Frankreich im Rahmen der Internationalen Bauausstellung IBA Basel 2020, sind jedoch vielversprechende Zeichen für Projekte in einem grossen Massstab, die auch neue Betätigungsfelder für jüngere Architekten eröffnen können.

> PDF werk, bauen+wohnen 12/2011

Weniger Sport - mehr Spass

Das Freibad von Max Frisch liegt am Letzi­graben, wo zur Römer­zeit eine Villa stand und später der Galgenhügel. Wasser­fontänen, Massage­düsen und ein Wellen­bad steigern die Attraktivität und unterstützen den Wandel zum Erlebnis­bad...

Das Freibad Letzi­graben befindet sich im Entwicklungs­gebiet Letzi am Schnitt­punkt der Quartiere Altstetten, Albisrieden, Aussersihl und Wiedikon. Während der Industrialisierung entstand hier zwischen Zürichs Blockrand­bebauung mit Wohnungen und den dörflichen Strukturen von Albisrieden und Altstetten im Südwesten ein Gebiet mit Arbeits­plätzen. Begonnen hat die Entwicklung des ehemals landwirtschaftlich genutzten Gebiets mit grossen Industrie­betrieben wie der Motoren­wagen­fabrik Arbenz oder dem städtischen Schlacht­hof.

> PDF TEC21 31-32/2007

Livio Vacchini

Livio Vacchini starb 74-jährig am 2. April 2007. Als Vertreter der so genannten «Tendenza» hat er zusammen mit Luigi Snozzi, Mario Botta und Aurelio Galfetti die Architektur­debatte seit den 1960er-Jahren wesentlich mitbestimmt...

Anfangs hat er mit Luigi Snozzi und später mit Silvia Gmür zusammengearbeitet. Neben Louis Kahn hat ihn wohl Mies van der Rohe am nachhaltigsten beeinflusst. Er war Gastprofessor an der ETH und am Polytechnikum in Mailand.

> PDF TEC21 21/2007

Archipel – Raiffeisen Carouge

L'agence de Carouge applique rigoureusement le principe de la banque ouverte. Des îlots meublés sont répartis de-ci, de-là dans le hall d'entrée. Une cloison en verre opaque sépare l'espace public des locaux de travail...

Elle rayonne de différentes couleurs, du bleu au rouge en passant par le vert. La Banque est habilement arrangée en une scène ouverte sur laquelle les acteurs se déplacent librement.

> PDF tec-dossier Raiffeisen

Safe – Raiffeisen Moudon

Le nouvel immeuble de la Banque Raiffeisen de Moudon se situe aux abords du vieux Moudon historique, dans le nouveau centre commercial. En choisissant cet emplace­ment, la Banque a cherché à se rapprocher de sa clientèle...

Par sa présence architecturale imposante, elle renoue avee la tradition des majestueuses maisons patriciennes. L'architecte a conçu la Banque comme un «coffre tourné vers l'interieur». La zone publique se situe dans un hall à deux étages, à l'interieur duquel la salle du Conseil de surveillance est suspendue tel un écrin de bois.

> PDF tec-dossier Raiffeisen

Contracting

Wasserkraft ist weitgehend ausgeschöpft, Atomenergie produziert radioaktive Abfälle und fossile Brennstoffe werden immer teurer. Darauf reagieren die Energielieferanten mit einer neuen Dienstleistung: Contracting...

Stromkonzerne liefern nicht mehr nur Elektrizität, sondern finanzieren und unterhalten Energieanlagen. "Wir werden Ihnen kostenlos eine Dampfmaschine überlassen. Wir werden diese installieren und für fünf Jahre den Kundendienst übernehmen. Wir garantieren Ihnen, dass die Kohle für die Maschine weniger kostet, als Sie gegenwärtig an Futter (Energie) für die Pferde aufwenden müssen, die die gleiche Arbeit tun. Und alles, was wir von Ihnen verlangen, ist, dass Sie uns ein Drittel des Geldes geben, das Sie sparen."

Der schottische Erfinder James Watt, der einem Kunden oben stehendes Contracting-Angebot machte, konnte damals kaum wissen, dass die Wartung und Finanzierung von Energieanlagen 200 Jahre später ein Wachstumsmarkt werden würde.

> PDF Hochparterre 9/2006

Fassade als Haut

Fassade und Haut werden oft wie Synonyme verwendet. So ist von der Fassade als Haut und Bekleidung die Rede oder von so genannten Zweite-Haut-Fassaden. Wie die Haut grenzt auch die Fassade innen und aussen voneinander ab...

Beide sind mehrschichtig aufgebaut und übernehmen verschiedene Aufgaben. Neben diesen Parallelen gibt es auch Unterschiede, so kann sich die Haut beispielsweise regenerieren. Die Haut ist ein Organ. Von allen anderen Organen ist sie das schwerste (ca. 10 kg), von der Fläche her das grösste (1.5 bis 2 m2) und funktionell das vielseitigste Organ des menschlichen Körpers. In der Abgrenzung von innen und aussen nimmt sie vielfältige Aufgaben wahr. Sie reguliert den Energiehaushalt, dient dem Schutz vor Umwelteinflüssen, scheidet Schadstoffe aus, nimmt Sauer- und Nährstoffe auf und ist gleichzeitig auch Sinnesorgan.

> PDF tec-dossier Oberfächen

Verwaltungszentrum Werd, Zürich

Die ehemaligen Bürogebäude der UBS wurden nach den Entwürfen von Burkhalter Sumi Architekten für die städtische Verwaltung umgebaut. Während das Äussere unverändert blieb, wurde das Innere bis auf den Rohbau ausgekernt...

Innovative Haustechnik bestimmt den industriellen Charakter der Räume, die durch kräftige Farben und gediegene Möbel ein wohnliches Ambiente vermitteln. Der Bürokomplex Werd wurde 1970–75 von den Architekten A. F. Sauter und A. Dirler für die Schweizerische Bankgesellschaft (heute UBS) gebaut. Die Komposition besteht aus zwei Hochhäusern, die verbunden sind und auf einem gemeinsamen Sockel stehen. Sie wird durch eine Plaza mit freistehendem Pavillon ergänzt. Das Hochhaus im Süden (Werd Süd) dominiert als Turm mit 17 Stockwerken den Gebäudekomplex, während das Hochhaus im Norden (Werd Nord) als Scheibe mit 9 Etagen daneben liegt. Auf Grundlage einer Gebäudeanalyse mit Umbaukonzept von Burkhalter Sumi Architekten hat die Stadt Zürich die Liegenschaft 2001 erworben.

> PDF TEC21 13/2005
 

Computer Aided Design

Für die aktuelle Ausstellung "Archiskulptur" in der Fondation Beyeler in Riehen entstand im Park der Pavillon "Jinhua Structure II – Vertical" der Architekten Herzog & de Meuron...

Neun Meter hoch und rund zwölf Tonnen schwer besetzt er exemplarisch das Grenzgebiet zwischen Architektur und Skulptur und verkörpert die Wandlung des Entwurfsprozesses durch digitale Werkzeuge. Bereits seit Jahren arbeiten Herzog & de Meuron am Masterplan für das Jindong Quartier der chinesische Stadt Jinhua. Dabei wurde für die monolithischen Bauten ein Gestaltungsprinzip mit Flächenornamenten entwickelt, das aus unregelmässigen Vielecken besteht. Auf die Fassadenflächen projiziert, bestimmt es Fenster- und Türöffnungen der Gebäude. Ausgehend von der städtebaulichen Vision haben die Architekten für den Architekturpark von Jinhua einen Pavillon entwickelt.

> PDF Regioartline 14.12.2004

Le Rêve de la façade ideale

L'architecte grison Dietrich Schwarz compte parmi les rares professionnels de Suisse à s'investir dans l'architecture solaire. Depuis 1994, il a conçu et construit trois maisons prototypes qui illustrent aujourd'hui son travail de recherche...

Il participe actuellement à une étude de l'EPFL et de l'ETHZ sur des éléments de façade avec circulation de liquide, et rêve d'imaginer l'enveloppe de bâtiment idéale, en verre. Il a créé cette année sa propre start-up, GlassX, et enseigne l'architecture solaire à l'Accademia di architettura di Mendrisio.

Propos recueillis par Jean-Pierre Wymann, arch. dipl. EPF SIA FAS
Cet entretien est paru en langue allemande dans tec21, N° 29-30/2004, du 16.07.2004. Traduction: Anna Hohler et Jacques Perret.

> PDF TRACE 17 - 08.09.2004

Komfortlüftung

Die kontrollierte Lüftung ist in den letzten Jahren elementarer Bestandteil der Haustechnik von Niedrig­energiehäusern geworden. Sie optimiert den Energie­haushalt, führt Feuchtigkeit in den immer dichter werdenden Gebäuden ab und reinigt die Frischluft...

Dabei stellt sich aber auch die Frage des Komforts. Wie soll die Luft, die wir in einem Gebäude einatmen, beschaffen sein?
«Die Alten erwärmten ihre Zimmer gewöhnlich auf folgende Art und Weise: Sie legten die Kamine mitten zwischen Säulen und Kragsteine, die Architrave trugen, auf denen dann die pyramidenförmige Haube des Kamins stand, durch die der Rauch entwich… Und wenn die Alten keine Kamine haben wollten, legten sie in die Mauer einige Röhren, durch die die Hitze des Feuers, das unter den Zimmern entfacht wurde, nach oben stieg und durch einige Ritzen oder Öffnungen am oberen Ende der Röhren austrat. In gleicher Weise kühlen im Sommer die Trenti, eine adlige Familie aus Vicenza, die Zimmer ihrer Landhäuser bei Costoza. In den Bergen dieses Landgutes gibt es nämlich einige sehr grosse Höhlen… In diesen Höhlen also entstehen einige sehr kühle Winde, die die edlen Herren mittels einiger unterirdischer Gewölbe, die sie Windleitungen nennen, in ihre Häuser gelangen lassen. Und mit Hilfe von Röhren, die den oben erwähnten ähnlich sind, bringen sie dann diese frischen Winde in alle ihre Zimmer, schliessen oder öffnen sie nach Belieben, um je nach der Jahreszeit mehr oder weniger Kühlung zu erhalten.» (Andrea Palladio, Die vier Bücher zur Architektur)

> PDF TEC21 31-32/2004
 

Wasserdurchströmtes Glas

Dietrich Schwarz beschäftigt sich seit 1994 im Rahmen seiner Tätigkeit als Architekt intensiv mit Fragen des Energie­haushaltes von Gebäuden. Zurzeit arbeitet er an einem Projekt über wasserdurchströmte Glaselemente – an der idealen Glasfassade, einer polyvalenten Wand...

«Die Polyvalente Wand funktioniert wie die Haut eines Chamäleons, die sich ständig anpasst, um im Innern die bestmöglichen Bedingungen zu erzielen. Eine solche Wand, die als ein multifunktionales Element wirkt und gleichzeitig Absorber, Reflektor, Filter und Übertragungsmechanismus ist, erfordert dezentrale mikro-logische und sensorische Knotenpunkte in Verbindung mit einem Steuerungsprozessor, der über die notwendigen Informationen über Einsatzpläne, Gewohnheiten und Umweltwünsche der Benutzer verfügt. Auf diese Weise können die Gebäudenutzung, die Leistung der Gebäudehaut und die äusseren und inneren Umweltbedingungen optimiert werden, um die günstigste Energiebilanz und den grössten Komfort zu gewährleisten – ein sich ständig weiterentwickelndes kybernetisches System.» (Mike Davies)

> PDF TEC21 29-30/2004

Kleiner Eingriff - grosse Wirkung

Im Basler Breite-Quartier legt die Wohnstadt Zweizimmer- zu Vierzimmerwohnungen zusammen. Das Projekt des Architekten Matthias Ebinger weist den Weg aus alten, kleinteiligen Wohnstrukturen zu offenen Plattformen für Wohnen und Arbeiten...

Viele Altbauten werden wegen ihrer räumlichen Qualitäten von den Bewohnern geschätzt. Beliebt sind nach wie vor hohe Räume und eine Serie von Zimmern. die so bemessen sind, dass sie auf unterschiedliche Weise genutzt werden können. Da der Bedarf an Wohnnäche pro Person heute kontinuiertich weiter steigt, sind viele bestehende Wohnungen für diese erhöhten Ansprüche schlicht zu klein. Sie engen die möglichen Wohnformen unnötig ein.

> PDF Wohnen 4/2002

Druck und Zug

Am Anfang diese Übersicht. Ein einfaches messbares Kriterium genügte, um Dinge als Kunst zu deklarieren: das Gewicht. Zweiundsiebzig Kilo, zwanzig Kilo, zwölf Kilo, fünf Kilo...

Weit entfernt von den Fragen nach dem Schönen und Hässlichen beschränkt sich Harald Braun auf das Gewicht. Die ersten Plastiken sind einfache Betonvolumen von zuvor festgelegter Masse. Mit metallenen Handgriffen bewehrt verweisen sie auf das menschliche Mass; auf das Tragbare. Beton zur Aufnahme der Druckkräfte, Eisen zur Aufnahme der Zugkräfte. Manche weisen Hohlräume auf, die - gefüllt - im Gewicht dem sichtbaren Körper entsprächen. Später verband sich Beton mit Textil, Fell oder Fotografie. Kugeln würgen Stoffe heraus. Steinerne Zylinder durchbrochen von Augenhöhlen und Schlünden...

> PDF Magazin des Kunstvereins Baselland Nummer 7